Schwerpunkte

Entlang ihrer Geschichte hat die DPSG Schwerpunkte des Engagements gesetzt, die Einfluß nahmen auf das Zusammenleben und Zusammenarbeit der Gruppen sowie der verschiedenen Ebenen. Diese Schwerpunkte ergaben sich aus der Betroffenheit der Mitglieder und Leitungskräften, enstanden also aus der Praxis pfadfinderischen Tuns. Gleichzeitig hat die Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg diese Schwerpunkte konzeptionell gefaßt und Jugendpolitisch in der Öffentlichkeit vertreten.

Integration von Behinderten

Schon früh sah die DPSG eine Aufgabe und Chance in der Integration Behinderter in das Leben des Verbandes. Integration meint dabei, daß Behinderte und Nichtbehinderte in Gruppen von Gleichaltrigen Erfahrungen machen können, die es Ersteren erlauben, ihrem Wunsch gemäß ein eigenes Leben aufzubauen und Letzteren einen Einblick in die vielfache Diskriminierung Behinderter vermittelt.

Interkulturelles Lernen

Die DPSG stellt fest, daß Ausländer in Deutschland zunehmend benachteiligt und diskriminiert werden. Deshalb sind die Kinder ausländischer Arbeitnehmer in die Gruppe der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg eingeladen, um auf diesem Wege Vorurteile abzubauen und Verständnis füreinander zu wecken.

Internationalität

Als Mitglied der Weltorganisation der Pfadfinderbewegung erkennt die DPSG eine besondere Chance darin, jungen Menschen die Vielfältigkeit der Internationalen Beziehungen praktisch erfahrbarer zu machen. Beginnt internationales Leben zunächst zu Hause im Kontakt mit Kindern ausländischer Arbeitnehmer, so weitet es sich in der Erfahrung internationaler Begegnungen mit ausländischen Pfadfinderorganisationen.

Koedukation

Ursprünglich war die DPSG als reiner Jungenverband gegründet worden; Frauen wurden erst nach 1949 als Leiterinnen der Wölflingsstuffe anerkannt. Aufgrund des gesellschaftlichen Umbruchs und der Entwicklung in der verbandlichen Praxis gegen Ende der sechziger Jahre kamen immer mehr Mädchen zur Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg als koedukativer Verband für Mädchen und Jungen, Männer und Frauen.

Friedenspfadfinder

Baden-Powell hat die Mitglieder der Weltpfadfinderbewegung aufgefordert, Friedenspfadfinder zu sein. Der Einsatz für Gerechtigkeit und Frieden durchzieht deshalb das Engagement der DPSG seit der Wiedergründung nach 1945. Gerade weil es nach den Weltkrieg und der Vertreibung nicht gelungen ist, das Abschlachten der Menschen untereinander zu beenden, sondern zahlreiche andere Kriege und terroristische Anschläge Millionen weitere Opfer gefordert haben, sieht die Pfadfinderbewegung als weltweite Organisation ihre Aufgabe in der Erziehung zu internationaler Verständigung, ohne aber deswegen auf die Forderung einer politischen Friedenssicherung zu verzichten.

1981 erhielt die Weltorganisation der Pfadfinderbewegung den Friedenspreis der UNESCO.

 


 

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